Dreihundert Jahre Zweisamkeit

Die Ahnen des Karl-May-Verlagsgründers Euchar A. Schmid: Eine exemplarische Familienforschungsgeschichte von Mann und Frau, von Mutter, Vater und Kind in der Oberpfalz und in Franken.

Bei der Suche nach Ahnen gilt einzig das biologische Abstammungsprinzip. Nur unter dieser Prämisse lassen sich Spuren von Vorfahren zurückverfolgen. Das wird hier exemplarisch unternommen mit Blick auf den Stammbaum des Karl-May-Verlagsgründers Euchar A. Schmid, der tief in der Oberpfalz wurzelt: vornehmlich in Hetzmannsdorf bei Rötz und in Kastl im Lauterachtal. Der dabei durchgeführte Längsschnitt durch die Geschichte eröffnet punktuell vielschichtige mikrohistorische Kaleidoskope von ortsgebundenen Webern, Bauern und Schustern sowie selbstbewussten Frauen. Dann zeigt sich an einem Mann der individuelle Veränderungswille, der vom Land auf die Stadt abzielte und eine nordbayerische Ost-West-Verschiebung der Ahnenreihe nach Franken bewirkte. Einherging der persönliche gesellschaftliche Aufstieg. Der Sohn des Bauern wirkte in Bamberg als Schneidermeister, später als Weinhändler, sein Sohn besuchte die Lateinschule, studierte in München und Erlangen, wurde im unterfränkischen Hammelburg königlicher Bezirksamtmann und zog sich als Pensionär wieder nach Bamberg zurück, wo er zusammen mit seiner Frau im ersten Haus neben dem berühmten Rathaus wohnte. Das uneheliche Kind der Oberpfälzer Tuchmacherstochter brachte es zum Direktionsrat der Königlich Bayerischen Staatseisenbahn, dessen Sohn zum promovierten Juristen und Verleger. Eheverträge, Besitzübertragungen und Rechtsstreitigkeiten gewähren in Relation zu Mitmenschen, Zeiten und geographischen Räumen großartige soziologische Aufschlüsse. Daneben birgt das Quellenmaterial Stoff für ein unterhaltsames nordbayerisches Decamerone vom siebzehnten bis zum beginnenden zwanzigsten Jahrhundert. 

Voraussichtliche Fertigstellung des Manuskripts Ende 2026.